34-0-0
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Sechs Jahrzehnte Bundesliga

Jede Drehung in 34-0-0 landet auf einem echten Verein in einem echten Jahrzehnt. Manche dieser Kader sind ein Schatz. Manche sind ein Friedhof. Hier steht, was du tatsächlich bekommst, wenn die Walze stehen bleibt — und welche Epochen ein Stoßgebet wert sind.

Die 1970er — das Duell, das die Liga geprägt hat

Wenn die Walze dir einen Kader aus den 1970ern gibt, setz dich aufrecht hin. Das ist das reichste Jahrzehnt im Spiel, weil zwei der größten Mannschaften der europäischen Geschichte gleichzeitig aufeinander losgingen.

Bayern München gewann von 1974 bis 1976 drei Europapokale der Landesmeister in Folge, mit einem Gerüst, das fast unfair ist: Sepp Maier im Tor, Franz Beckenbauer als Libero, Paul Breitner links hinten, davor Uli Hoeneß und Gerd Müller. Diesen Kader zu ziehen kommt einem Cheatcode nahe — auf fast jeder Position steht eine Legende.

Borussia Mönchengladbach war der Gegenentwurf und eine Zeit lang ebenbürtig. Günter Netzer dirigierte aus dem Mittelfeld, Berti Vogts biss sich hinter ihm in Knöchel fest, Jupp Heynckes traf, und auf dem Flügel spielte der dänische Ballon-d'Or-Gewinner Allan Simonsen. Die Fohlen holten fünf Meisterschaften in diesem Jahrzehnt und sind die romantischste Ziehung im ganzen Spiel.

1. FC Köln rundet das Jahrzehnt ab, mit Wolfgang Overaths linkem Fuß im Mittelfeld und später Toni Schumacher im Tor.

Die 1980er — Bayern, und Hamburgs großer Moment

Die großen Siebziger-Mannschaften zerfielen, und Karl-Heinz Rummenigge trug Bayern beinahe im Alleingang — mit zwei Ballons d'Or hintereinander, 1980 und 1981. Bayern-Kader aus diesem Jahrzehnt sind stark, aber kopflastig: brillant vorne, dünner dahinter.

Die beste Geschichte des Jahrzehnts gehört woanders hin. Der Hamburger SV gewann 1983 den Landesmeisterpokal — eine Erinnerung daran, dass die Bundesliga nicht immer eine Ein-Klub-Liga war — und der HSV der 1980er ist eine der befriedigendsten verfügbaren Ziehungen. Auch der 1. FC Köln der 1980er ist stark: Schumacher im Tor, Pierre Littbarski, der auf Gegenspieler zuläuft, und die treffsicheren Gebrüder Allofs.

Die 1990er — Dortmunds Jahrzehnt und der seltsamste Titel aller Zeiten

Die 1990er gehören Borussia Dortmund: zwei Meisterschaften in Folge 1995 und 1996, dann 1997 die Champions League mit einem Finalsieg über Juventus. Im Zentrum stand Ballon-d'Or-Gewinner Matthias Sammer. Dortmunder Kader aus dieser Zeit sind die ausgewogenste Nicht-Bayern-Ziehung im Spiel.

Das Jahrzehnt brachte außerdem das Unwahrscheinlichste hervor, was die Bundesliga je gesehen hat: 1998 wurde der 1. FC Kaiserslautern Meister — als Aufsteiger, direkt nach dem Aufstieg. Aufsteiger sollen gegen den Abstieg spielen. Kaiserslautern gewann das Ganze, und seitdem hat es niemand wiederholt.

Parallel dazu war Lothar Matthäus von Inter zu Bayern zurückgekehrt und erfand sich mit über dreißig als Libero neu, weil natürlich genau das passieren musste.

Die 2000er — Bayerns Maschine und die Herausforderer, die durchbrachen

Das ist das Jahrzehnt von Oliver Kahn in seiner unüberwindlichsten Form, von Michael Ballacks Wechsel aus Leverkusen und vom Durchbruch eines jungen Philipp Lahm und eines jungen Bastian Schweinsteiger. Bayern-Kader aus den 2000ern sind tief und verlässlich — weniger spektakulär als die 1970er, aber ohne Löcher.

Zwei Vereine schlugen durch. Werder Bremen holte 2004 das Double mit einer herrlich anzusehenden Mannschaft um Johan Micoud, Miroslav Klose und kurz darauf Diego. Der VfB Stuttgart wurde 2007 mit einem sehr jungen Kader Meister, und der VfL Wolfsburg schaffte es 2009, als Edin Džeko und Grafite zusammen absurd viele Tore schossen. Alle drei sind hervorragende, leicht überraschende Ziehungen.

Die 2010er — die Ära der totalen Dominanz

Bayern gewann von 2013 bis 2023 elf Meisterschaften in Folge — eine Serie ohne echtes Gegenstück in einer großen europäischen Liga. Die 2010er-Kader sind mit Abstand die stärkste moderne Ziehung im Spiel: Neuer im Tor, Lahm und Boateng dahinter, Schweinsteiger im Mittelfeld, Ribéry und Robben auf den Flügeln, Lewandowski vorne. Die Elf von 2013 gewann das Triple unter Jupp Heynckes — demselben Heynckes, der vierzig Jahre zuvor Gladbachs Stürmer gewesen war.

Das Gegengewicht war Jürgen Klopps Borussia Dortmund, Meister 2011 und 2012 mit einer jungen, wildem Pressing verschriebenen Mannschaft und Finalist der Champions League 2013 — ein rein deutsches Endspiel, das Bayern in Wembley gewann. Dortmund aus der Klopp-Zeit ist eine der vergnüglichsten Ziehungen überhaupt.

Die 2020er — Leverkusen schafft es endlich

Lewandowski brach 2020/21 mit 41 Ligatoren Gerd Müllers 49 Jahre alten Rekord. 2024 folgte dann der prägende Moment des Jahrzehnts — und er gehörte nicht Bayern.

Bayer Leverkusen, ein Verein, der so sehr mit dem zweiten Platz verbunden war, dass Deutschland den Spitznamen „Neverkusen“ erfunden hatte, blieb die gesamte Saison 2023/24 ungeschlagen: 28 Siege, 6 Unentschieden, keine Niederlage, 90 Punkte — und der erste Meistertitel der Vereinsgeschichte. Es war die erste ungeschlagene Spielzeit der Bundesliga-Geschichte, und sie beendete Bayerns elfjährigen Griff auf die Schale so deutlich wie nur irgend möglich.

Die Kader der ganzen Liga sind heute so breit aufgestellt wie nie zuvor — in 34-0-0 heißt das: Die 2020er geben dir selten einen schlechten Pick, auch wenn die Obergrenze niedriger liegt als bei einer Bayern-Ziehung aus den 1970ern.

Auf welche Epochen solltest du hoffen?

Wer eine perfekte Saison will, will Bayern oder Gladbach aus den 1970ern — und zwar früh, solange überall noch Plätze frei sind. Wer Verlässlichkeit will, ist mit Bayern der 2010er und Dortmund der Klopp-Ära bestens bedient: Die füllen fast jede Position mit etwas im mittleren bis hohen 80er-Bereich. Und wenn die Walze dir einen Mittelfeldverein aus einem mageren Jahrzehnt hinlegt, während nur noch dein Stürmerplatz offen ist — tja, das ist das Spiel. Der Widerstand ist der Punkt.

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